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Dienstag, 20. Oktober 2015

Farbkontraste nach Itten



Komplementärkontrast
= sich im Farbkreis gegenüberliegende Farben (= komplementäre Farben) stehen nebeneinander 
Farbpaar steigert sich zu höchster Leuchtkraft, enthält alle Primärfarben
Paul Gauguin: Undine, 1889

Kalt -Warm- Kontrast
= Beeinflussung der Farbtemperatur durch Nachbarfarbe
> warme Farben treten ggü. kalten Farben hervor
> stärkster Kalt-Warm-Kontrast zwischen Orangerot und Blaugrün
Paul Cézanne: Die Bucht von Marseille, 1885

Hell – Dunkel- Kontrast
= optischer Grundkontrast (Unterscheidung der Dingwelt), auch innerhalb der Buntfarben (Gelb heller als Blau)
 > stärkster Hell-Dunkel-Kontrast zwischen Schwarz und Weiß
Rembrandt van Rijn: Junge Frau im Bett, 1645/46

Quantitätskontrast
= unterschiedlicher Flächenanteil der Farben, der harmonisches Verhältnis ergibt
nach Goethe:
3x Gelb : 4x Orange : 6x Rot : 9x Violett : 8x Blau : 6x Grün
Das harmonische Mengenverhältnis der Farben im Farbkreis


Vincent van Gogh: Sternennacht über der Rhone, 1888


Farbe – an – sich – Kontrast
= Gegensatz zwischen drei oder mehr gesättigten Buntfarben, die möglichst weit voneinander entfernt sind
stärksten Farbe-an-sich-Kontrast zwischen den Primärfarben, aber auch unter den Sekundärfarben
Franz Marc: Blauschwarzer Fuchs, 1911


Qualitätskontrast
= Gegensatz zwischen reinbunten und gedämpften/getrübten Farben
Caspar David Friedrich: Meeresstrand im Nebel, 1807

Der Eigenwert der Linie nach Wassily Kandinsky

Kandinsky versucht die Kunst rational und wissenschaftlich zu untersuchen, um sie als Unterrichtsdisziplin zu etablieren.


1. Die waagrechte Linie: bodenständig, stabil

Capsar David Friedrich: Der Mönch am Meer, 1808/10
2. senkrechte Linie: spannungsvoll, emporstrebend



3. aufsteigende Diagonale: aufstrebend, dynamisch, positiv

Logo der Firma "Nike"


4. absteigende Diagonale: abfallend, negativ

Das bearbeitete Logo der Firma "Nike" wirkt weniger dynamisch 
und negativ 


5. rechte Winkel: beherrscht, klar

Piet Mondrian: Komposition mit Gelb, Blau und Rot, 1937-42


Ernst Ludwig Kirchner: Straße in Berlin, 1913
6. spitze Winkel: spannungsvoll, aktiv
Frau: ihre Haltung lässt auf einen selbstbewussten Charakter schließen



7. stumpfe Winkel: schwach, unbeholfen, passiv
Mann: Mann scheint der Frau untergeordnet












8. gleichmäßig gebogene Linie: harmonisch, ausgeglichen

Foto: Farbkontrast 
[CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], 
via Wikimedia Commons

Hugh Subbins: Kongresshall/Haus der Kulturen in Berlin, 1956-57


9. ungleichmäßig gebogene Linie: spannungsvoll, dynamisch, unruhig

Foto: wilth [CC BY-NC-SA 2.0 (https://creativecommons.org/
licenses/by-nc-sa/2.0)], via flickr

Zaha Hadid: Heydar Aliyev Centre in Baku/Aserbaidschan, 2012



Empfinden beim Nachahmen von geometrischen Figuren im Selbstversuch

  • waagrechte Linie: stabil, entspannt, ruhig
  • senkrechte Linie: angespannt, weniger stabil, starr, unnatürlich
  • aufsteigende und absteigende Diagonale: anstrengend, angespannt
  • Maximum an rechten Winkeln: aktiv, stabil
  • Maximum an spitzen Winkeln: angespannt, aktiv
  • Maximum an stumpfen Winkeln: entspannt, passiv
  • gleichmäßig gebogene Linie: angenehm, dynamisch
  • ungleichmäßig gebogene Linie: unruhig

Dienstag, 6. Oktober 2015

Mit einer Idee spielen

(Quelle: K. Eid, M. Langer, H. Ruprecht: Grundlagen des Kunstunterrichts, 2002)

Häufig gibt man sich mit der erstbesten Idee zufrieden. Dabei übersieht man jedoch schnell andere Möglichkeiten. Deshalb hat Alex Osborn eine Checkliste entwickelt, die uns hilft, aus bestehenden Ideen neue Ideen zu entwickeln:
1. Anders verwenden – Wie kann etwas anders verwendet werden? Wie wird es verwendet, wenn es ungestaltet ist?
2. Adaptieren – Wie lässt sich etwas anpassen? Was ist so ähnlich? Was lässt sich übernehmen?
3. Modifizieren – Kann man Bedeutung, Farbe, Bewegung, Klang, Geruch, Form, Größe abändern? Was muss man hinzufügen bzw. wegnehmen?
4. Magnifizieren – Was kann man addieren? Was kann man vergrößern? Kann man es vervielfachen?
5. Minifizieren – Was kann man wegnehmen? Lässt es sich kleiner, kürzer, niedriger machen? Kann man es teilen?
6. Substituieren – Was kann man ersetzen? Kann man anderes Material verwenden? Kann man es anders gestalten? Kann man Teile ersetzen? Kann man die Umgebung verändern? Wie würde es in einem anderen Medium aussehen?
7. Rearrangieren – Kann man Teile in eine andere Anordnung bringen?
8. Umkehrung – Was ist das Gegenteil davon? Kann man Teile vertauschen? Lässt sich positiv in negativ umkehren? Wie sieht die Gegenseite aus?
9. Kombinieren – Kann man es/etwas zu anderem hinzufügen? Bildet es einen Gegensatz? Ist es ähnlich? Unterscheidet es sich von anderem? Können einzelne Aspekte miteinander kombiniert werden – Was entsteht dabei?


Hier soll eine Liste entstehen, die Wege zeigt, wie man mit einer Idee weiterspielen kann. Fallen dir dazu auch welche ein?

1. Aufzählen von Eigenschaften eines Produkts, Problems, einer Situation etc. à dadurch entsteht eine Assoziationskette, die dir bei der Problemlösung helfen kann
2. Wahrheiten, Tatsachen, Urteile nicht beachten à oft schränken uns scheinbare Wahrheiten ein, durch das Ignorieren dieser sind plötzlich neue Entdeckungen möglich (z.B. Was wäre, wenn es die Schwerkraft nicht gäbe?)
3. unterschiedliche Faktoren werden jeweils miteinander kombiniert (z.B. Farbauftrag auf Papier: Art des Papiers, Art der Farbe, Malgeräte/Art des Farbauftrags)
4. Brainstorming (alleine oder in einer Gruppe): zunächst möglichst viele Ideen suchen (keine Kritik an fremden oder eigenen Ideen), dann brauchbare Ideen aus diesem Pool herausgreifen und auf Verwendbarkeit untersuchen



Sonntag, 4. Oktober 2015

Erstellen eines Portfolios

„Schon in der Renaissance haben Künstler und Architekten ein Portfolio mit sich geführt, wenn sie sich um Plätze an Akademien oder um Bauaufträge bewarben. Mit Hilfe der darin enthaltenen Dokumente konnten sie nicht nur die Qualität ihrer Arbeit zeigen, sondern zugleich auch, wie sie ihr Können im Laufe der Zeit weiter entwickelt haben. Darüber hinaus konnten anhand von Skizzen und Entwürfen die persönlichen Arbeitstechniken bzw. der eigene Arbeitsstil dargestellt werden.“ 

(T. Häcker: Wurzeln der Portfolioarbeit. Woraus das Konzept erwachsen ist.)

Arbeitsauftrag:
Erstellen Sie begleitend zum Semester ein Portfolio zum Thema „Körper“. Folgen Sie Ihrem Interesse innerhalb dieses Themengebiets und stellen Sie eigenständige Untersuchungen an. Verstehen Sie das Portfolio als eine Art Mappe, in der Sie Ihre Forschungen archivieren. Dabei können auch misslungene Versuche enthalten sein, denn gerade durch Fehler lernt man. Probieren Sie unterschiedliche Medien (Zeichnung, Malerei, Plastik, Fotografie, Film, Text, ...) und Herangehensweisen aus. An Zwischenterminen werde ich mit Ihnen über Ihr Portfolio sprechen. 
Das Portfolio wird benotet.

Samstag, 1. August 2015

Verfassen eines Protokolls

Das Protokoll dient als Ergebnissicherung des Unterrichts. Ein Schüler verfasst es stellvertretend für die gesamte Klasse und bekommt dafür eine Note. Da es zum Lernen dienen soll, sollte es auch dementsprechend gestaltet sein:

1) Es geht um die Erkenntnisse/Ergebnisse des Unterrichts, deshalb soll es sich bei dem Protokoll um ein Ergebnisprotokoll und nicht um ein Verlaufsprotokoll handeln. Der Inhalt des Unterrichts kann somit auch neu geordnet und gegliedert werden.

2) Absätze, Überschriften, Markierungen schaffen Klarheit für den Lernenden.

3) Abbildungen (!), tabellarische Übersichten, Gegenüberstellungen, Ergänzungen, usw. können Inhalte verdeutlichen.

4) Besonders toll sind Ergänzungen, Übersichten, weiterführende Fragestellungen, usw., die der Protokollant eigenständig zum Stundeninhalt entwickelt. Wobei eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt deutlich wird.